Narzissen

Weißt du noch, wie weiß, wie bleich
in den Maiendämmerungen,
wenn ich lag, von dir umschlungen,
dir zu Füßen hingerissen,
um uns schwankten die Narzissen?
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Nacht für Nacht

Still, es ist ein Tag verflossen.
Deine Augen sind geschlossen.
Deine Hände, schwer wie Blei,
liegen dir so drückend ferne.
Um dein Bette schweben Sterne,
dicht an die vorbei.
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Manche Nacht

Wenn die Felder sich verdunkeln,
fühl ich, wird mein Auge heller;
schon versucht ein Stern zu funkeln,
und die Grillen wispern schneller.
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Über Richard Dehmel

Der am 18.11.1863 in der Mark Brandenburg in Wendisch-Hermsdorf geborene und am 08.02.1920 in Hamburg-Blankensee verstorbene Richard Dehmel, mit bürgerlichem Namen Richard Fedor Leopold Dehmel, war Sohn eines Försters und so schon im zarten Alter naturwissenschaftlich interessiert.

Dieses Interesse verstärkte sich durch den Kontakt mit den in der Schule verbotenen Lehren Darwins. Nachdem er in Berlin und Leipzig schließlich 1887 sein Studium der Philosophie und Naturwissenschaften abschloss schrieb er neben seiner Anstellung als Sekretär beim Zentralverband Deutscher Privater Feuerversicherungen in Berlin erste Gedichte.

Es folgten 1889 die Hochzeit mit Paula Oppenheimer, die berufliche Flucht 1893 nach Hamburg zu seinem Freund Detlev von Liliencron und sein erstes Engagement 1895 als freier Schriftsteller durch die Mitbegründung der Kunstzeitschrift "Pan".

Weltbekannt wurde er duch sein gegen die Religion und Sitte verstoßendes Gedicht "Venus Consolatrix". Er förderte außerdem viele junge Talente wie Hofmannsthal, Rilke, Thomas Mann und Hesse.

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